von Florian Ballin (Westdeutsche Zeitung)

Ferienkurs: Der Wuppertaler Fechtclub weihte etwa 100 junge Leute in die hohe Kunst der Fechtens ein – und diese waren begeistert.

Das sieht schon sehr professionell aus, wenn die Florettspitzen die Matten treffen. (Foto: Andreas FischeWuppertal. „Stellung – Stoß!“ und augenblicklich werden die Sportmatten an der Wand von zehn Florettspitzen perforiert. Mit solchen und anderen Übungen soll der Wuppertaler Jugend der Fechtsport näher gebracht werden. In den Ferien konnten an die 100 Schüler beim Wuppertaler Fechtklub in den außergewöhnlichen Sport reinschnuppern.

Eine Woche drei Stunden tägliches Training

„Jeweils eine Woche trainieren wir die Kinder drei Stunden täglich.“, sagte der Trainer. Das Alter der Jugendlichen, die in die Sporthalle der Else-Lasker-Schüler-Schule gekommen sind, reicht von sieben bis 17 Jahren. Mitbringen mussten sie nur etwas zu trinken. „Die Ausrüstung stellen wir natürlich. Die kann nämlich schnell mal 700 Euro kosten.“, sagt der Trainer.

Der Wuppertaler Fechtclub hat seit 1883 eine lange Tradition. Die knapp 100 Mitglieder nehmen regelmäßig an Turnieren teil.

Bei der Stoßübung tragen die Nachwuchsfechter erstmal nur den Helm. „Reine Sicherheitsmaßnahme. Falls mal ein Florett zerbrechen sollte.“, so der Trainer. Bei dem Turnierkampf am Ende der Woche wird allerdings in voller Montur gefochten – typisch im weißen Anzug.

Dann sind die Kämpfer auch an Kabel angeschlossen, damit die Stöße gezählt werden können. Ist der Gegner fünf Mal getroffen, hat man gewonnen. Aber soweit sind die Kursteilnehmer noch nicht. Noch beschränken sie sich auf Beinarbeit und Stoßtechnik. Das ist ganz schön anstrengend. Deswegen wirbt der Verein bei diesem Kurs auch mit einer „Muskelkater-Garantie“.

„Fußball macht einfach nicht so viel Spaß“

Julia und Nina gefällt der Kurs richtig gut. Sie wollten mitmachen, weil Fechten für sie was Besonderes ist. „Volleyball oder Handball kann man auch so in der Freizeit spielen“. Der Meinung sind auch Elias und Tobias. „Fußball macht einfach nicht so viel Spaß“. Für reichlich Spaß wird beim Training auch gesorgt.

Dennoch legen die Trainer großen Wert auf Disziplin. „Fechten ist eine Kampfsportart – und auch noch eine bewaffnete.“, sagt der Trainer. Deswegen wird auf die Sicherheit geachtet. „Wir sehen einen Erziehungsauftrag“.

„Stoß!“ Wieder schnellen die Spitzen auf die Matten. Diesmal aber mit einem Ausfallschritt. „Es ist wichtig, den Gegner immer auf Abstand zu halten.“, erklärt der Trainer. Der Fechter kann seinen Sport im Alltag nützen. „Trainiert werden vor allem die Kondition, die Ausdauer und die Reaktion.“, sagt der Trainer.

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